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Kotlin Multiplatform: Stabil für alle Plattformen

Kotlin Multiplatform: Stabil für alle Plattformen

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JetBrains hat Kotlin Multiplatform (KMP) Ende 2023 offiziell als stabil für den Produktiveinsatz deklariert. Seitdem hat sich das Ökosystem rasant weiterentwickelt: Google unterstützt KMP seit Mai 2024 offiziell, und die Nutzung unter Entwicklern hat sich laut Developer-Ecosystem-Umfragen von 7 % im Jahr 2024 auf 18 % im Jahr 2025 mehr als verdoppelt.

Was ist Kotlin Multiplatform?

Kotlin Multiplatform ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Geschäftslogik über mehrere Plattformen hinweg -- ohne auf plattformspezifische Funktionen verzichten zu müssen. Zentrale Merkmale:

  • Geteilter Code für Android, iOS, Web und Server in einem einzigen Kotlin-Projekt
  • Plattformspezifische Implementierungen über den expect/actual-Mechanismus
  • Volle Interoperabilität mit bestehenden nativen APIs und Frameworks
  • Compose Multiplatform für plattformübergreifende UI, seit Version 1.8.0 offiziell stabil für iOS

Unternehmen wie Shopify, Forbes und die Zürcher Kantonalbank setzen KMP bereits produktiv ein. Über 50.000 Organisationen nutzen das Framework weltweit.

Architektur und Einsatzszenarien

Die Architektur von KMP basiert auf einem Common-Modul, das plattformunabhängigen Code enthält, und plattformspezifischen Modulen für Android, iOS oder weitere Zielplattformen. Das expect/actual-Pattern löst dabei Plattformunterschiede auf Sprachebene:

// commonMain
expect class PlatformInfo() {
    val name: String
    val version: String
}

// androidMain
actual class PlatformInfo actual constructor() {
    actual val name: String = "Android"
    actual val version: String = Build.VERSION.RELEASE
}

// iosMain
actual class PlatformInfo actual constructor() {
    actual val name: String = "iOS"
    actual val version: String = UIDevice.currentDevice.systemVersion
}

KMP-Zielplattform-Architektur

Typische Einsatzszenarien umfassen die gemeinsame Nutzung von Netzwerk-Schichten, Datenmodellen und Geschäftslogik. Google hat bereits Jetpack-Bibliotheken wie Room, DataStore und ViewModel für KMP freigegeben.

Warum das wichtig ist

Mit der stabilen Unterstützung durch JetBrains und Google hat Kotlin Multiplatform eine kritische Reifestufe erreicht. Teams können nun plattformübergreifende Projekte mit einem einzigen Technologie-Stack umsetzen, ohne auf native Performance oder plattformspezifische Funktionen zu verzichten. Der Wegfall redundanter Codebases reduziert Wartungsaufwand und beschleunigt die Markteinführung neuer Funktionen erheblich.