
Manufacturing-X: Datenräume über die Automobilbranche hinaus
Mit Catena-X hat die Automobilindustrie gezeigt, wie souveräner Datenaustausch zwischen Unternehmen funktionieren kann. Jetzt weitet die Bundesregierung dieses Prinzip auf die gesamte produzierende Industrie aus: mit Manufacturing-X.
Was ist Manufacturing-X?
Manufacturing-X ist eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Initiative mit einem Fördervolumen von rund 152 Millionen Euro. Ziel ist der Aufbau eines branchenübergreifenden, dezentralen Datenökosystems für die Industrie 4.0. Unternehmen sollen Daten entlang ihrer Fertigungs- und Lieferketten kollaborativ nutzen können -- unter voller Wahrung ihrer Datensouveränität.
Seit 2024 laufen erste Förderprojekte in verschiedenen Sektoren:
- Factory-X für den Maschinen- und Anlagenbau
- Aerospace-X für die Luft- und Raumfahrtindustrie
- Semiconductor-X für die Halbleiterbranche
- HealthTrack-X für die Pharmaindustrie
Von Catena-X zu Manufacturing-X
Die technologische Grundlage von Manufacturing-X basiert auf denselben Prinzipien wie Catena-X: Eclipse Dataspace Components (EDC), das Dataspace Protocol und die Asset Administration Shell (AAS) als Standardformat für digitale Zwillinge.
Die folgende Abbildung zeigt die übergreifende Architektur von Manufacturing-X:

Ein Beispiel für einen AAS-Submodell-Deskriptor, wie er branchenübergreifend zum Einsatz kommt:
{
"idShort": "TechnicalData",
"id": "urn:example:submodel:technical-data:1.0",
"semanticId": {
"type": "ExternalReference",
"keys": [
{
"type": "GlobalReference",
"value": "urn:samm:io.catenax.technical_data:1.0.0"
}
]
},
"endpoints": [
{
"interface": "SUBMODEL-3.0",
"protocolInformation": {
"href": "https://connector.example.com/api/submodel",
"endpointProtocol": "HTTP",
"endpointProtocolVersion": ["1.1"]
}
}
]
}
Warum das wichtig ist
Catena-X hat bewiesen, dass unternehmensübergreifender Datenaustausch mit klaren Regeln und technischen Garantien funktioniert. Manufacturing-X überträgt diese Erfahrungen auf die gesamte Industrie. Damit entsteht eine einheitliche digitale Infrastruktur, die Innovationen in Bereichen wie vorausschauende Wartung, Lieferkettentransparenz und nachhaltige Produktion ermöglicht -- branchenunabhängig und skalierbar.